Nukleare Entsorgung

 

In allen kerntechnischen Anlagen entstehen radioaktive Abfälle, die sicher entsorgt werden müssen. Nach dem Gehalt an radioaktiven Stoffen und deren Halbwertzeiten, der Wärmeleistung, der Intensität ihrer Strahlung und anderen Kriterien werden viele Kategorien solcher Abfälle unterschieden. International wird oft die Klassifizierung schwach-, mittel- und hochradioaktiv verwendet.

 

Die mit Abstand größten Mengen radioaktiver Stoffe sind im abgebrannten Brennstoff von Kernkraftwerken sowie in hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung von derartigem Brennstoff enthalten.

 

Behandlung, Zwischenlagerung und Transport dieser Abfälle sind mit Gefahren verbunden – etwa durch Störungen in Konditionierungsanlagen, Leckagen aus Behältern oder Freisetzungen bei Transportunfällen. Sie unterliegen Sicherheitsanforderungen, die entsprechend dem radioaktiven Inventar abgestuft sind. Die größte Herausforderung stellt die Endlagerung dar. Der sichere Einschluss der Abfälle muss über lange Zeiträume gewährleistet sein – für manche Abfallarten für eine Million Jahre und mehr.

 

Die internationale Harmonisierung von Vorgehen und Sicherheitsan-

forderungen bei der nuklearen Entsorgung ist nicht weit fortgeschritten. Auch in der Europäischen Union ist sie noch in einem frühen Stadium. Dies betrifft insbesondere die Endlagerung.

 

Laufende Aktivitäten von cervus nuclear consulting:

  • Bearbeitung von Sicherheitsfragen bei Behandlung, Zwischenlagerung und Transport radioaktiver Abfälle
  • Auseinandersetzung mit Fragen der Endlagerung: Standortsuche, Lagerkonzepte, Eignungsnachweis

 

Besonders aktuell:


Mitwirkung in einem Expertengremium im Rahmen der Standortsuche für ein geologisches Tiefenlager in der Schweiz. Die zweite Etappe dieses Verfahrens läuft zurzeit. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat im Januar 2015 zwei Standortgebiete zur weiteren Untersuchung vorgeschlagen. Der Schweizer Bundesrat wird voraussichtlich 2018 über die Standortvorschläge entscheiden. Die Vorschläge der Nagra werden zurzeit (2016/17) kritisch diskutiert.

H. Hirsch war federführend bei der Ausarbeitung einer Fachstellungnahme zu diesem Thema.